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Nat: Bowers ist zum 3. Mal König von Chemnitz

02.12.2018 | 16. Int. Supercross Chemnitz - Rennbericht Samstag

Auch am zweiten Renntag des 16. Int. Supercross Chemnitz, welches insgesamt wieder über 10.000 begeisterte Fans besuchten, entschied der US-Amerikaner Tyler Bowers das Finale der Klasse SX1 für sich und krönte sich damit nach 2012 und 2017 zum dritten Mal zum „König von Chemnitz“. Der Schneeberger Lokalmatador Dominique Thury zeigte ebenfalls eine hervorragende Leistung und belegte am Ende Rang drei. In der direkten Nachwuchsklasse SX2 setzte sich der Thüringer Tom Koch durch, musste sich jedoch nach seinem dritten Platz am Freitag in der Gesamtwertung Julien Lebeau knapp geschlagen geben. Der Franzose gewann am Vortag und darf sich nach seinem zweiten Platz am Samstag „Prinz von Chemnitz“ nennen.

„Natürlich bin ich glücklich über diesen erneuten Sieg, aber mein Hauptziel bleibt der Gesamtsieg im ADAC SX Cup. Nachdem ich beim Saisonauftakt eigentlich noch verletzt war und mit Nägeln und Drähten in meinem Finger nur an einem Tag im Finale war und nicht allzu viele Punkte geholt habe, war das Punktemaximum an diesem Wochenende natürlich genau das, was ich gebraucht habe. Trotzdem ist es noch ein langer Weg und beim Finale in Dortmund kann auch noch viel passieren. Ansonsten hat es mir in Chemnitz wieder gut gefallen. Die Fans sind nett und haben für eine gute Stimmung gesorgt. Die Strecke war nicht ganz nach meinem Geschmack, denn sie bot zu wenige verschiedene Linien und Überholmöglichkeiten. In meinem Quali-Rennen hatte ich einen schlechten Start und habe es danach zwar noch bis ganz nach vorn geschafft, doch musste ich dazu ein wenig schmutzig fahren“, meinte Tyler Bowers nach seinem dritten Titelgewinn in Chemnitz.

Tyler Bowers fuhr vom Start weg hochkonzentriert.
Tyler Bowers fuhr vom Start weg hochkonzentriert.
Das SX1-Finalpodium vom Samstag mit Charles Lefrancois, Tyler Bowers und Dominique Thury. (v.l.)
Das SX1-Finalpodium vom Samstag mit Charles Lefrancois, Tyler Bowers und Dominique Thury. (v.l.)

Wie am ersten Tag fuhr der Franzose Charles Lefrancois wieder aufs Podest, diesmal sogar als Zweiter. „Chemnitz ist ein guter Ort für mich, denn ich stand hier schon im vorigen Jahr auf dem Podest. Ein Schlüssel zum Erfolg war heute wieder mein guter Start im Finale“, umschrieb er seinen Fast-Frühstart im Stile eines sich aufbäumenden Pferdes, der nach dem Rennen aufgrund eines eingelegten Protests noch für längere Diskussionen in der Jury sorgte.

Dominique Thury schaffte am Samstag den Sprung aufs Siegerpodium.
Dominique Thury schaffte am Samstag den Sprung aufs Siegerpodium.

Vielleicht auch dank der lautstarken Unterstützung durch die Fans, schaffte Dominique Thury als Dritter den Sprung aufs Treppchen. Anfangs lag er, wie am Vortag, auf dem vierten Rang und irgendwie sah es nicht danach aus, als ob sich daran etwas ändern würde, zumindest nicht nach vorn. In der Endphase des 20-Runden-Rennens witterte er jedoch zu fortgeschrittener Stunde Morgenluft und schnappte sich noch den vor ihm fahrenden US-Boy Ryan Breece. „Zwischendurch war der Faden kurz weg“, erklärte er anschließend und führte des Weiteren aus: „Mein Trainer Sebastien Tortelli hat schon gestern mit mir gemeckert, weil ich zwischendurch etwas nachgelassen habe. Das wollte ich mir heute sparen. Da das Rennen noch ziemlich lang war, dachte ich mir, dass die Kraft noch reichen sollte, um noch einmal Attacke zu machen. Obwohl ich nicht so leicht mit etwas zufrieden bin, fühlt sich dieser dritte Platz heute für mich wie ein Sieg an, denn das war erst mein viertes Rennen seit dem Sommer und meiner Verletzungspause.“

Tom Koch brachte in der SX2 das Chemnitzer Publikum zum Jubeln.
Tom Koch brachte in der SX2 das Chemnitzer Publikum zum Jubeln.

In der SX2 brachte Tom Koch die Halle zum kochen. Der Wormstedter hatte im Samstagfinale der zweithöchsten Rennklasse zwar auch keinen Granatenstart, war aber nach dem ersten Nadelöhr vorn mit dabei. Als er endlich seinen Thüringer Trainingspartner Paul Haberland passiert und auf Platz drei verwiesen hatte, war der Freitag-Sieger Julien Lebeau schon ziemlich weit enteilt. Mit schnellen Runden kam er dem Franzosen dennoch Stück für Stück näher, bis er schließlich auch ihn überholen konnte und dem sicheren Tagessieg entgegen fuhr.

Julien Lebeau reicht Platz 2 im Samstagsfinale für den Prinzentitel.
Julien Lebeau reicht Platz 2 im Samstagsfinale für den Prinzentitel.

Allerdings war Julien Lebeau zu diesem Zeitpunkt durch Arm-Pump nur noch eingeschränkt handlungsfähig. „Außerdem wusste ich, dass mir Platz zwei zum Prinzentitel reicht“, klärte er seinen Leistungsabfall später auf. Das ordnete auch Tom Koch beim kleinen anschließenden Pressegespräch richtig ein. Er sagte: „Für mich war es heute der perfekte Tag nach den Höhen und Tiefen gestern. Ein bisschen ärgere ich mich schon, dass es bei meinem Heimrennen nicht mit dem Prinzentitel geklappt hat, aber nach dem gestrigen Tag, habe ich noch das Beste daraus gemacht, auch hinsichtlich der Cup-Gesamtwertung. Julien war an diesem Wochenende konstant schnell und ist somit verdient Prinz geworden.“

Carl Ostermann bleibt in der SX3 weiter ungeschlagen.
Carl Ostermann bleibt in der SX3 weiter ungeschlagen.

In der dritten permanent zum ADAC SX-Cup gehörenden Klasse, der SX3 für den zwölf- bis 16-jährigen Supercross-Nachwuchs, gewann Carl Ostermann erneut mit großem Vorsprung, diesmal vor Collin Wohnhas aus Schwäbisch Gmünd und dem Jenaer Maximilian Werner. Der 14-Jährige aus Bonn baute damit seinen Vorsprung in der Cup-Wertung deutlich aus.

Bei den Jüngsten und Kleinsten, den ab Siebenjährigen der Klasse SX5 mit ihren 50-ccm-Bikes setzte sich nach zwei Wertungsläufen Michael Sens aus Hohenwarsleben mit einem 1-2-Resultat gegen Jannis Sacher aus Lichtenberg und den Spremberger Paul Herrmann durch.

Neben den Siegern und weit vorn Paltzierten zog am Ende der zwei tollen Supercross-Tage auch Dr. Ralf Schulze, der Geschäftsführer der C³ Chemnitzer Veranstaltungszentren GmbH, ein positives Fazit. Er sagte: „Wir haben wieder tollen Sport gesehen, und ich freue mich besonders, dass unser Lokalmatador Domique Thury an beiden Abenden so weit vor mitgefahren ist. Ich denke aber auch insgesamt war die Veranstaltung eine gute Werbung für den Sport. Ich hoffe, wir sehen uns im nächsten Jahr am 29. und 30. November zur dann 17. Auflage des Events wieder.“

Ergebnisse

SX1 Finale:
1. Tyler Bowers (USA, KAW), 20 Runden
2. Charles Lefrancois (FRA, SUZ), +4.191
3. Dominique Thury (GER, HUS), +10.137
4. Cole Martinez (USA, SUZ), +12.275
5. Justin Starling (USA, SUZ), +12.924
6. John Short (USA, YAM), +13.707
7. Ryan Breece (USA, YAM), +18.199
8. Harri Kullas (EST, SUZ), +22.461
9. Boris Maillard (FRA, SUZ), +26.459
10. Filip Neugebauer (CZE, KAW), +31.191
11. Christophe Martin (FRA, KTM), +2 Rnd.
12. Florent Richier (FRA, HON)

SX1 Gesamtwertung "König von Chemnitz":
1. Tyler Bowers (USA, KAW), 50 Punkte
2. Charles Lefrancois (FRA, SUZ), 42
3. Cole Martinez (USA, SUZ), 30
4. Dominique Thury (GER, HUS), 38
5. Justin Starling (USA, SUZ), 32
6. Ryan Breece (USA, YAM), 29
7. Boris Maillard (FRA, SUZ), 25
8. Filip Neugebauer (CZE, KAW), 25
9. Christophe Martin (FRA, KTM), 20
10. Florent Richier (FRA, HON), 18
11. John Short (USA, YAM), 15
12. Harri Kullas (EST, SUZ), 13
13. Steven Clarke (GBR, HON), 12

SX2 Finale:
1. Tom Koch (GER, KTM), 15 Runden
2. Julien Lebeau (FRA, HUS), +3.107
3. Paul Haberland (GER, HON), +4.201
4. Kade Walker (CAN, HUS), +5.478
5. Diogo Craca (POR, SUZ), +10.094
6. Mario Lucas Sanz (ESP, KTM), +21.228
7. Nolan Cordens (BEL, KTM), +24.285
8. Gradie Featherstone (GBR, YAM), +27.460
9. Mickael Lamarque (FRA, HON), +29.106
10. Clement Briatte (FRA, KAW), +34.069
11. Francois Dore (FRA, KAW), +36.212
12. Gabriel Chetnicki (POL, SUZ), +1 Rnd.

SX2 Gesamtwertung "Prinz von Chemnitz":
1. Julien Lebeau (FRA, HUS), 47 Punkte
2. Tom Koch (GER, KTM), 45
3. Francois Dore (FRA, KAW), 32
4. Gradie Featherstone (GBR, YAM), 31
5. Diogo Craca (POR, SUZ), 30
6. Mario Lucas Sanz (ESP, KTM), 30
7. Nolan Cordens (BEL, KTM), 26
8. Gabriel Chetnicki (POL, SUZ), 22
9. Paul Haberland (GER, HON), 20
10. Kade Walker (CAN, HUS), 18
11. Brice Maylin (FRA, YAM), 16
12. Mickael Lamarque (FRA, HON), 12
13. Daniel Wewers (GER, HON), 11
14. Clément Briatte (FRA, KAW), 11
15. Hampus Kahrle (SWE, SUZ), 10
16. Hugo Manzato (FRA, HUS), 9

SX3 Wertungslauf:
1. Carl Ostermann (GER, HUS), 8 Runden
2. Collin Wohnhas (GER, KTM), +10.040
3. Maximilian Werner (GER, SUZ), +14.659
4. Albert Legaard (DEN, KTM), +23.896
5. Lucas Schwarz (GER, KTM), +28.178
6. Mads Fredsoe (DEN, KTM), +30.173
7. Tom Landgraf (GER, HUS), +36.133
8. Neilas Pecatauskas (LTU, KAW), +43.239
9. Lennox Litzrodt (GER, KTM), +1 Rnd.

SX5 Wertungslauf 1:
1. Michael Sens (GER, KTM), 6 Runden
2. Jannis Sacher (GER, HUS), +7.658
3. Etienne Herzog (GER, HUS), +15.299
4. Tim Schröter (GER, KTM), +16.762
5. Paul Herrmann (GER, KTM), +17.039
6. Domenik Klemm (GER, KTM), +19.073
7. Felix Ropte (GER, KTM), +24.425
8. Arik Walter (GER, KTM), +38.012
9. Elias Pfeiffer (GER, KTM), +39.743
10. Bibi-Finnja Bestmann (GER, KTM), +47.608
11. Benicio Lohmann (GER, HUS), +54.145
12. Collin Schlögl (GER, KTM), +1 Rnd.

SX5 Wertungslauf 2:
1. Paul Herrmann (GER, KTM), 6 Runden
2. Michael Sens (GER, KTM), +1.141
3. Jannis Sacher (GER, HUS), +20.990
4. Benicio Lohmann (GER, HUS), +21.621
5. Felix Ropte (GER, KTM), +22.309
6. Tim Schröter (GER, KTM), +23.034
7. Domenik Klemm (GER, KTM), +31.101
8. Arik Walter (GER, KTM), +47.104
9. Bibi-Finnja Bestmann (GER, KTM), +49.011
10. Etienne Herzog (GER, HUS), +50.412
11. Collin Schlögl (GER, KTM), +1 Rnd.
12. Elias Pfeiffer (GER, KTM), +1 Rnd.

SX5 Gesamtwertung:
1. Michael Sens (GER, KTM), 47 Punkte
2. Jannis Sacher (GER, HUS), 42
3. Paul Herrmann (GER, KTM), 41
4. Tim Schröter (GER, KTM), 33
5. Etienne Herzog (GER, HUS), 31
6. Felix Ropte (GER, KTM), 30
7. Domenik Klemm (GER, HUS), 29
8. Benicio Lohmann (GER, HUS), 28
9. Arik Walter (GER, KTM), 26
10. Bibi-Finnja Bestmann (GER, KTM), 23
11. Elias Pfeiffer (GER, KTM), 21
12. Collin Schlögl (GER, KTM), 19

Alle Ergebnisse vom Samstag inkl. der Qualifikation im Detail ››

Text: Thorsten Horn, Jens Pohl / Fotos: Clemens Bolz

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